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Begriffserklärungen von A bis Z

Accruals/Accrued Liabilities

Die accruals stellen in einem IAS-Abschluss eine Untergruppe der liabilities dar. Es handelt sich dabei um Schulden, die sich aus der Lieferung von Gütern oder dem Erbringen von Dienstleistungen ergeben. Ein Leistungsaustausch hat zwar bereits stattgefunden, wurde aber noch nicht in Rechnung gestellt, bzw. über sein Entgelt konnte noch keine endgültige Einigkeit mit dem Leistungserbringer erzielt werden. Von den provisions unterscheiden sie sich durch einen wesentlich höheren Grad der Sicherheit hinsichtlich Höhe und Zeitpunkt der Erfüllung der Verpflichtung.In US-GAAP-Abschlüssen finden sich als Bestandteil der liabilities Verpflichtungen, deren Höhe nicht sicher ist; sie werden dort als accrued liabilities bezeichnet.

Assets

Assets bezeichnen gem. IAS und US-GAAP Ressourcen, über die das Unternehmen in der Folge vergangener Ereignisse verfügen kann und aus denen es in Zukunft wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen erwartet. Erfasst werden dürfen assets im Jahresabschluss nach IAS jedoch nur, falls der ökonomische Nutzen wahrscheinlich ist und ihre Kosten bzw. ihr Wert verlässlich bestimmt werden kann. In einem US-Abschluss ist ein asset nur dann anzusetzen, wenn es einen wahrscheinlichen künftigen Nutzen verkörpert und zu zukünftigen Netto-Einzahlungsströmen führt.

Außerordentliches Ergebnis

Unter dem außerordentlichen Ergebnis im betriebswirtschaftlichen Sinne versteht man die Differenz zwischen den unregelmäßig anfallenden (außergewöhnlichen und periodenfremden) Erträgen und Aufwendungen, insbesondere Liquidations- und Bewertungserfolgen. Unter dem außerordentlichen Ergebnis im Sinne der GuV-Gliederung gemäß HGB, IAS und US-GAAP sind jedoch nur die außerhalb der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit anfallenden einmaligen bzw. nicht regelmäßigen Erfolge zu erfassen.

Contingent Liabilities

In einem IAS-Abschluss handelt es sich hierbei zum einen um Verpflichtungen, bei denen nicht sicher ist, ob sie eine gegenwärtige Verpflichtung des Unternehmens darstellen, d. h. die Existenz der Verpflichtung muss erst noch durch den Eintritt eines oder mehrerer ungewisser Ereignisse bestätigt werden, die außerhalb des Einflussbereichs des Unternehmens liegen. Zum anderen fallen unter diesen Begriff Verpflichtungen, die wahrscheinlich nicht zu einem Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen führen werden oder um solche, deren Wert nicht verlässlich genug geschätzt werden kann. Contingent liabilities führen zwar zu keiner Aufwandsbuchung, sie sind aber zu beschreiben und mit weiteren Angaben zu versehen.Innerhalb der liabilities werden nach US-GAAP solche Verpflichtungen contingencies ausgewiesen, deren Höhe nicht sicher ist und bei denen zusätzlich der Eintritt mit Unsicherheit behaftet ist.

Costs of Sales/Costs of Goods Sold

Kosten für die Vorräte, die in der Rechnungsperiode verkauft worden und den Umsatzerlösen sachlich gegenüberzustellen sind. Handelsrechtlich besteht das Wahlrecht, die cost of sales teil- oder vollkostenbasiert zu bestimmen. Nach IAS und US-GAAP ist die Bestimmung vollkostenbasiert vorzunehmen.

Fair Value

Der fair value wird nach IAS und US-GAAP als Oberbegriff aller marktnahen Wertansätze verwendet. Unter dem fair value eines assets oder einer liability wird allgemein der Betrag verstanden, zu dem zwei voneinander unabhängige Parteien mit Sachverstand und Abschlusswille bereit wären, das asset zu tauschen bzw. die liability zu begleichen.

GuV, Erfolgsrechnung

Teil des Jahresabschlusses; systematische Aufstellung, bei der den Aufwendungen die Erträge eines bestimmten Zeitraums zur Ermittlung des Erfolges (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag, Bilanzgewinn/Bilanzverlust) gegenübergestellt werden. Die GuV kann nach HGB/IAS wahlweise nach dem Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren aufgestellt werden. Die US-GAAP kennen nur das Umsatzkostenverfahren.

IAS/IASC

IAS = International Accounting Standards, IASC = International Accounting Standards Committee. IAS bezeichnen Normen zur externen Unternehmensberichterstattung mit internationaler Gültigkeit, die von einem multinationalen Gremium (IASC) erlassen werden. Mit der Entwicklung der IAS wird versucht, eine weltweite Harmonisierung der Rechnungslegung zu erreichen.

Jahresabschluss

Der Jahresabschluss besteht grundsätzlich aus Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung (§ 242 HGB), die bei Kapitalgesellschaften durch einen Anhang zu ergänzen sind. Er verkörpert einen auf Zahlungsströmen zwischen Unternehmen und Umwelt basierenden zahlenmäßigen Bericht, der in Gestalt des Anhangs durch umfangreiche Pflichtangaben in quantitativer und/oder verbaler Form erweitert wird. Der Bilanz kommt hierbei primär die Aufgabe zu, über den Wertbestand in der Unternehmung zum Ende der Rechnungsperiode Auskunft zu geben; die GuV hingegen zeigt die Änderungen des Wertbestandes, die der abgelaufenen Periode nach den Abgrenzungsgrundsätzen zugerechnet werden. Nach IAS und US-GAAP beinhaltet der Jahresabschluss zusätzlich eine Kapitalflussrechnung, eine Eigenkapitalveränderungsrechnung (statement of stockhoders' equity) und eine Segmentberichterstattung.

Latente Steuern

Aktivposten und/oder Passivposten zum Ausgleich des Unterschieds zwischen der aufgrund der Steuerbilanz veranlagten Steuerschuld und der aufgrund der Handelsbilanz verursachten wirtschaftlichen Steuerbelastung. Für die Ermittlung latenter Steuern gibt es im wesentlichen zwei Konzepte:Nach dem in §§ 274, 306 HGB verankerten Timing-Konzept resultieren die latenten Steuern aus zeitlich begrenzten Differenzen zwischen Handelsbilanzergebnis und Steuerbilanzergebnis (Einzelabschluss) bzw. zwischen Summe der Ergebnisse der zu konsolidierenden Einzelabschlüsse (=Handelsbilanz II) und konsolidiertem Ergebnis (=Konzernabschluss).Nach dem in IAS 12 und FAS 109 verwirklichten Temporary-Konzept resultieren latente Steuern aus dem Unterschied zwischen dem Buchwert von Vermögensgegenständen und Schulden in der Handelsbilanz (Einzelbilanz bzw. Konzernbilanz) und ihrem Ansatz in der Steuerbilanz. Das Temporary-Konzept ist umfassenderer als das Timing-Konzept.

Liabilities

Liabilities bezeichnen gemäß IAS und US-GAAP gegenwärtige Verpflichtungen des Unternehmens, die aufgrund von Ereignissen in der Vergangenheit entstanden sind, und in Zukunft zu einem Abfluss von Ressourcen führen werden. Erfasst werden liabilities nach IAS nur, wenn der Abfluss von Ressourcen in der Zukunft wahrscheinlich ist und sich der entsprechende Wert verlässlich ermitteln lässt. Weiterhin lassen sich die liabilities nach IAS in accruals, provisions und contingent liabilities unterteilen. In einem US-GAAP-Abschluss werden liabilities nur erfasst, wenn es nicht mehr im Ermessen des Unternehmens liegt, sich einer Vermögensbelastung zu entziehen.

Provisions

In IAS 37 werden Rückstellungen, als Spezialform der Verpflichtungen, mit provisions bezeichnet. Sie sind genau wie im deutschen Recht eine besondere Art von Verpflichtungen, die sich durch Ungewissheit bezüglich ihrer Höhe oder bezüglich ihres Eintritts auszeichnen.

Segmentberichterstattung

Teil des nach IAS und US-GAAP aufgestellten Jahresabschlusses börsennotierter Unternehmen mit dem Ziel, disaggregierte Unternehmensdaten zu publizieren, die dazu dienen, die wirtschaftliche Lage eines diversifizierten Unternehmens besser beurteilen zu können, als dies durch alleinige Gewährung der aggregierten Daten in GuV und Bilanz möglich wäre. Die Disaggregationsebenen sind Leistungsbereiche (business segment) und geographische Regionen (geographical segment) für den Segmentbericht nach IAS bzw. operative Segmente für den nach US-GAAP aufgestellten Segmentbericht. Mit der Verabschiedung des KonTraG werden auch börsennotierte deutsche Mutterunternehmen zur Aufstellung einer dem internationalen Standard genügenden Segmentberichterstattung verpflichtet.

US-GAAP

Die US-amerikanische Generally Accepted Accounting Principles, d. h. die US-amerikanischen Rechnungslegungsnormen, werden v. a. durch Institutionen wie z. B. das FASB gestaltet und sind gekennzeichnet durch ihre Fallbezogenheit (case law). Im Vordergrund der Rechnungslegung nach den US-GAAP steht die Bereitstellung von Informationen für Investoren.

KonTraG

Das „Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich“, kurz KonTraG ist ein umfangreiches Artikelgesetz, das der Deutsche Bundestag am 5. März 1998 verabschiedete. Es trat am 1. Mai 1998 in Kraft.

Ziel des KonTraG ist es die Corporate Governance in deutschen Unternehmen zu verbessern. Deshalb wurden mit diesem Artikelgesetz etliche Vorschriften aus dem Handels- und Gesellschaftsrecht verändert. Das KonTraG präzisiert und erweitert dabei hauptsächlich Vorschriften des HGB (Handelsgesetzbuch) und des AktG (Aktiengesetz).

Mit dem KonTraG wurde die Haftung von Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer in Unternehmen erweitert. Kern des KonTraG ist eine Vorschrift, die Unternehmensleitungen dazu zwingt ein unternehmensweites Früherkennungssystem für Risiken (Risikomanagementsystem) einzuführen und zu betreiben, sowie Aussagen zur Risiken und Risikostruktur des Unternehmens im Lagebericht des Jahresabschlusses der Gesellschaft zu veröffentlichen.

Wörtlich schreibt das Gesetz dazu in § 91 Abs. 2 des AktG eine neue Vorschrift, nach der der Vorstand verpflichtet wird „geeignete Maßnahmen zu treffen, insbesondere ein Überwachungssystem einzurichten, damit den Fortbestand der Gesellschaft gefährdende Entwicklungen früh erkannt werden“.Abschlussprüfer werden außerdem verpflichtet, die

Einhaltung der neuen Vorschriften insbesondere in Hinsicht auf Bestehen und Betrieb eines Risikomanagementsystems und der zugehörigen Maßnahmen im Bereich der internen Revision zu prüfen und zum Bestandteil des Prüfungsberichtes zu machen.

Das KonTraG betrifft entgegen weit verbreiteter Meinung nicht ausschließlich Aktiengesellschaften. Auch die KGaA (Kommanditgesellschaft auf Aktien) und viele GmbH (insbesondere wenn dort ein mitbestimmter oder fakultativer Aufsichtsrat existiert) sind von den Vorschriften erfasst (Ausstrahlungswirkung). Dagegen ist die sogenannte „kleine AG“ weitgehend von der Einhaltung der durch das KontraG neu eingeführten Vorschriften befreit.

Im Zuge des Ratings (auch in Sachen Risikomanagementsystem), zu dem die Banken durch Basel II gezwungen sind, werden Einrichtung und Betrieb eines unternehmensweiten Risikomanagementsystems auch von den Banken kritisch hinterfragt und geprüft.

Bei Unternehmen, die viel auf Basis von Projekten arbeiten (Bauunternehmen, große Architekturbüros, IT-Systemhäuser etc.), gehört Risikomanagement somit auch zu den Aufgaben der Projektleitung.

SOX

Der Sarbanes-Oxley Act nimmt die Unternehmensleitung stärker für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Angaben bei der quartalsweisen und jährlichen Berichterstattung in die Pflicht. Zusätzlich ergeben sich neue Anforderungen an die Unternehmensleitung, indem fortlaufend über die Funktionsfähigkeit des internen Kontrollsystems im Rahmen des periodischen Unternehmensreportings zu berichten ist. Sarbanes- Oxley ist von deutschen Unternehmen mit US-amerikanischem Listing zu beachten. Es ist davon auszugehen, dass sich für alle Unternehmen steigende Anforderungen an die Ausgestaltung ihrer internen Kontrollsysteme ergeben werden.

Der Sarbanes-Oxley Act Section 404 verlangt die Einrichtung eines funktionsfähigen internen Kontrollsystems (IKS) und dessen Dokumentation. Dabei sind sämtliche interne Kontrollen, die im Zusammenhang mit der Rechnungslegung stehen, Gegenstand dieser Regelung. Zusammen mit der quartalsweisen und jährlichen Berichterstattung ist die Einschätzung und Bewertung der Zweckmäßigkeit dieses Kontrollsystems durch die Unternehmensleitung zu veröffentlichen. Der Jahresabschlussprüfer bestätigt und berichtet über die regelmäßige Einschätzung der Unternehmensleitung.

 
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