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IAS/IFRS 2005 - Kapitalmarktorientierte Unternehmen in Deutschland

Die Kapitalmarktorientierung, d.h. die Zulassung von Unternehmenswertpapieren zum Handel auf einem geregelten Markt, rückt als Kriterium für das anzuwendende Rechnungslegungssystem aufgrund des Bestrebens der EU-Kommission, die europäischen Kapitalmärkte zu integrieren, immer stärker in den Vordergrund. Meilensteine dieser Entwicklung sind die im Juni 2002 verabschiedete IAS-Verordnung und die Transparenzrichtlinie, die Ende März 2004 vom europäischen Parlament verabschiedet wurde. Demgegenüber wird die Verabschiedung des BilReG, das die IAS-Verordnung der EU in deutsches Recht umsetzt, für November oder Dezember 2004 erwartet. Von diesen Regelungen sind in Deutschland über 1.000 Unternehmen betroffen, da sie Aktien oder Forderungswertpapiere emittieren, die zum Handel am Amtlichen oder Geregelten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse oder an einer der sechs Regionalbörsen zugelassen sind. (...)

Dominierend ist derzeit immer noch die Rechnungslegung nach HGB, obwohl der Countdown für den Umstellungsprozess schon begonnen hat. So bilanzierten für 2002 noch 45 % aller kapitalmarktorientierten Konzerne nach den Bestimmungen des HGB. Demgegenüber bilanzierten 36 % der von der IAS-Verordnung betroffenen Unternehmen bereits nach IAS/IFRS. Im europäischen Vergleich nimmt Deutschland mit rund 260 IAS/IFRS-Bilanzierern dabei sicherlich einen Spitzenplatz ein, da davon ausgegangen werden kann, dass für den der Untersuchung zugrunde gelegten Zeitraum von den 7.000 durch Art. 4 der IAS-Verordnung erfassten europäischen Unternehmen nur etwa 350 ihre Rechnungslegung bereits auf diesen Standard umgestellt hatten. (...)

Von den untersuchten konsolidierungspflichtigen kapitalmarktorientierten Finanzinstituten und Versicherungen bilanzieren bereits 27 % nach IAS/IFRS, 5 % nach US-GAAP, während die eindeutige Mehrheit von 68 % noch dem HGB folgt. Bei diesen Branchen wurde die Bilanzsumme als Größenkriterium verwendet. Unter den 17 als groß eingestuften Finanzinstituten (Bilanzsumme > € 100.000 Mio.) hat die IAS/IFRS-Bilanzierung mit einem Anteil von 35 % zwar bereits eine gewisse Verbreitung erreicht, es dominiert jedoch mit einem Anteil von 59 % weiterhin die HGB-Rechnungslegung den Konzernabschluss der großen Finanzinstitute. Im Bereich der mittelgroßen und kleineren Finanzinstitute ist der Grad der Internationalisierung der Konzernrechnungslegung deutlich geringer. Der Anteil der IAS/IFRS-Bilanzierung beträgt hier 25 %. Entsprechend hoch fällt der Anteil der HGB-Bilanzierer mit 75 % aus, da in dieser Gruppe kein Unternehmen die US-GAAP anwendet. (...)
 
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